Ich hab zwar lange nichts über den Fortschritt an meinem Bonneville geschrieben, untätig war ich aber nicht. Erstaunlich ist, dass bisher wirklich JEDE Schraube ohne großen Aufwand zu lösen war, nichts festgegammelt oder abgerissen... und beim bisherigen Zerlegen gab es auch noch keine bösen Überraschungen (eher positive Überraschungen), das kann gerne so weitergehen...
Hier also die Kurzfassung der letzten Monate:
Mai 2017:
Auf der Fahrerseite hab ich die marode Dachdichtung entfernt und erneuert, außerdem die vordere Tür zerlegt, gereinigt, gefettet und mit einer neuen Gummidichtung versehen.
Die Fensterschachtleisten wollte ich eigentlich auch ersetzen, aber die gelieferten Neuteile sehen leider nicht aus wie das Original. Die Chromleiste, die auf der Außenseite am Fenster ist, läßt einen zu großen Spalt zur Tür, da die Formgebung voll daneben ist... Grrrr, viel Geld für nix, da muss ich mir nun was einfallen lassen... grummel
Dafür geht die Fensterkurbel nun leichter als in jedem anderen Auto von mir und der Rost an den Türfalzen ließ sich größtenteils wegputzen, die kleinen Reste wurden mit Owatrol konserviert. Der Hohlraum unten in der Tür wurde ebenfalls größzügig mit Owatrol getränkt, damit in den nächsten 20 Jahren gar nicht erst Rost entsteht... Fazit: hier sind keine Schweißarbeiten nötig :)
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| die alte Dachdichtung, an der die Seitenscheiben anliegen... |
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| Die Türen waren noch jungfräulich mit dem originalen Schutzpapier |
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| Sieht doch gut aus für 50 Jahre, oder? |
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| Die Fensterschachtleisten: links neu, rechts original. Die linke ist zu grade, da müsste wie bei der rechten ein leichter Knick im oberen Breich sein, damit die kleine Chromleiste auch auf der Tür aufliegt... bei der linken steht die Chromleiste halt ab, sieht blöd aus :( |
Juli 2017:
Die hintere Tür auf der Fahrerseite folgte nun endlich (reinigen, konservieren, alles bewegliche gangbar machen)... hätte ich die bloß schon ein paar Monate eher in Angriff genommen, hätte ich einiges an Geld sparen können... die Chrom-Leiste, die mir fehlte... ja, die fehlte eigentlich gar nicht... die lag unten in der Tür... peinlich, peinlich...
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| auch die hintere Tür ist noch "OVP", alles original |
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| Und da ist sie: meine Chrom-Leiste... von oben beim Reinleuchten (so schlau war ich damals zumindest) nicht zu sehen gewesen, da das Dichtgummi nach oben lag. |
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| Grundgereinigt und konserviert |
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| Die neue Gummidichtung sitzt und passt :) |
August 2017:
Im Urlaub hab ich dann endlich mal ein bisschen mehr am Bonneville schaffen können!
Die Beifahrerseite war dran, die vordere und hintere Tür wurden zerlegt, gereinigt, konserviert und mit neuen Dichtungen versehen. Die Dachdichtung wurde natürlich auch ersetzt, außerdem hab ich mich getraut den Teppich auf den Innenschwellern hochzunehmen und einen Blick drunterzuwerfen... man weiß ja nie, was einen da erwartet... nö, war alles schiko, nur oberflächlicher Rost, besser als 90% meiner Mantas...
Außerdem hab ich angefangen die Frontscheinwerfer zu zerlegen um die US-Scheinwerfer gegen welche nach der deutschen Norm auszutauschen. Bei der Gelegenheit hab ich noch die Chromblenden gereinigt und mit Balistol-Öl eingerieben (soll alten Chrom bestmöglich schützen) und bin mit dem Ergebnis auch recht zufrieden.
Dann hab ich noch versucht die Hupe zu reparieren, aber da lag es leider nicht nur an dem abgeklemmten Hupenrelais. Im Lenkrad ist der Hupenring defekt und leider auch nicht mit Tricksen instandzusetzen, da muss Ersatz her... den es leider nicht als Nachfertigung gibt. Also Augen auf beim großen online Auktionshaus oder eine Notlösung kurz vorm TÜV einfallen lassen...
Erfolg auf ganzer Linie gab es dafür bei den Türschlössern. Die funktionierten beide überhaupt nicht beim Kauf, aber viel Geduld und Rostlöser brachten Erfolg, nun kann ich meinen Boliden auf- und zuschließen. Ein neuer Schlosssatz wäre nicht ganz günstig gewesen und ich freu mich außerdem über jedes Originalteil, was wieder funzt...
Das bringt mich zum letzten (vermeindlich) fehlenden Teil meines Pontiacs: der Wischwasserbehälter: ich muss keinen neuen kaufen, denn der originale Behälter fand sich beim Lampenzerlegen an... er wurde auf der Beifahrerseite im Kotflügel hinter der Lampentöpfen abgestellt! Ja, lacht nicht, das sind unendliche Weiten, den sieht man dort nicht, wenn man da nicht grade was zu tun hat!
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| Tür vorne rechts wartet auf die Behandlung... |
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| Beim Ausbauen der Türpappen stolperte ich über eine Art Wasserlinie... alle vier Pappen hatten die Linie auf identischer Höhe... Wikipedia erzählte mir dann den Grund: vom 17. auf den 18. Juli 1996 wurde Aurora/Illinois nach extremen Regenfällen überflutet und mein Auto stand mittendrin! Dafür hat er sich gut gehalten :) |
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| Gereinigt, konserviert, gefettet und mit neuer Dichtung |
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| Ich lobe noch mal den Putzstein von "Feinkost Albrecht", der lässt Rost keine Chance :) |
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| Nach dem Putzen kann sich das Auststellfenster wieder sehen lassen |
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| Die Chromleiste (B-Säulenersatz) sah absolut "bescheiden" aus... |
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| Nach dem Putzstein zwar nicht wie neu, aber durchaus ansehnlicher, oder? |
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| Die Dachdichtung hat schon bessere Zeiten gesehen... |
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| Den Ausbau hat sie dann auch nicht überlebt ;) |
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| So muss eine Dichtung aussehen! Und tatsächlich passten alle bestellten Dichtungen von www.opgi.com perfekt. |
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| Nachdem ich die Alu-Leisten auf den Einstiegen entfernt hatte, bekam ich einen Eindruck von der Original-Tppichfarbe... im Innenraum ist davon nichts mehr zu erahnen... |
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| Und die Bleche darunter waren glücklicherweise auch okay :) |
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| Nach einem ausgiebigen Putzanfall erstrahlen sämtliche Türöffnungen in neuem Glanze |
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| Die B-Säule sieht aus wie neu, hätte ich vorher nicht erwartet |
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| Jaaa, die "Rostkarre" hat rostfreie innere Werte :) |
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| Wäre nicht die Durchrostung zum Radlauf hin, würde man ihm seinen 50 Jahre gar nicht anmerken... |
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| Chromblende der Frontscheinwerfer vor dem reinigen und polieren.. |
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| ...und danach :) |
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| Die "Sealed Beam" US-Scheinwerfer, die auf Grund der Streuscheiben/Lichtverteilung nicht der deutschen Norm ertsprechen... Die Glühbirnen sind übrigens NICHT austauschbar, in den USA tauscht man gleich den ganzen Scheinwerfer... |
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| Bonneville ohne Augen... |
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| Und da versteckt sich der Wischwasserbehälter, der eigentlich auf die andere Seite des Motorraumes an den Innenkotflügel gehört. Damit ist der Pontiac original komplett, ohne fehlende Teile! |
September 2017:
Die letzte Urlaubswoche hab ich auch noch ein wenig genutzt...
Im Kofferraum lag die originale Reserveradabdeckung, die ich nicht nachgekauft hätte, wäre sie nicht dabei gewesen. Aber wenn sie schon mal da ist, dann soll sie auch gut aussehen und nicht das Gefühl vermitteln, dass das Material beim kleinsten Knicken bricht... Der vielgelobte Putzstein kam wieder zum Einsatz und vollbrachte wahre Wunder! Die Versiegelung mit farbloser Schuhcreme aus der Dose machte das Ergebnis dann echt perfekt: die Abdeckung sieht aus wie neu, fühlt sich wieder weich an und riecht grandios :)
Dann ging die Verkabelung der Frontscheinwerfer voran, die unteren (Fernlicht) sitzen bereits und sind angeschlossen, die oberen haben Fern- und Abblendlicht und eine Standlichtbirne, die etwas schwierig unterzubringen war... kein Platz in dem riesigen Auto... aber TP hat natürlich eine Lösung gefunden :)
Dann hab ich mir noch einen Kindheitstraum erfüllt, der im Moment eigentlich noch völlig unsinnig ist... aber hey, das musste sein: ein Chrom-Luftfilter! Für mich von kleinauf das Non-Plus-Ultra eines V8-Motors, so muss das aussehen! Beim Firebird auf Grund der Shaker Hood ja nicht möglich, aber hier passt das wie Arsch auf Eimer :)
Dann hab ich mich noch der vorderen Blinker angenommen: ausgebaut, entrostet, mit meinem Allzweck-Wunderheilmittel Owatrol versiegelt und die Kontakte gereinigt, denn da ging ja nichts mehr dank Grünspan... Die neue Verkabelung läßt den Blinker dann auch nur noch blinken und nicht mehr nebenbei als Posi-Leuchte arbeiten. Das mag der deutsche TÜV ja nicht... die Posileuchte übernimmt dann das Standlicht im Scheinwerfer... was für ein Heck-Meck... :(
Ach ja, und meine wiedergefundene B-Säulen Chrom-Leiste ist nun auch wieder an dem Platz fixiert, wo sie hingehört, inklusive neuer Dichtung!
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| Da bin ich bei der Reserverad-Abdeckung bereits im Reinigungs-Kampf... |
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| links pfui, rechts wieder hui! |
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| Das fertige Werk... sieht gut aus oder? Fast wie 1966 bei der Auslieferung :) |
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| Dank Ebay ein Neuware-Schnäppchen :) |
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| Wollt erst einen klassischen Edelbrock-Filter, aber der mit Flammen gefiel mir dann doch besser... |
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| Die Glühbirne sollte ich besser auch noch ersetzen ;) |
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| So sieht das aus, wenn man 50cm tief im Wasser gestanden hat :( |
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| TPs Standlicht-Lösung: nun knicken die Kabel nicht mehr scharf ab und ich muss auch keine Löcher in meinen Bonneville fräsen :))) |
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| Der Sicherungskasten... vergleicht den mal mit einem aktuellen Auto! Ist er nicht übersichtlich???? ich mag ihn... :) |
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| Und da sitzt sie endlich an Ort und Stelle: meine Chrom-Leiste... nun ist er endlich vollständig! |
Oktober 2017:
Dank hartnäckigem Husten (als hätte ich jemals einen pflegeleichten Husten), wird im Oktober wohl nicht mehr viel passieren... aber zumindest hab ich vorher noch die originalen Fender Skirts (Abdeckungen der hinteren Radaussparungen im Kotflügel) ansehnlich und funktionstüchtig gemacht.
Ich war auf Grund des ersten Eindrucks (im Kofferraum liegend) davon ausgegangen, dass da nicht viel dran zu retten ist und ich neue brauche. Ran müssen die in jedem Fall, sieht einfach nur genial aus... naja, hab mich dann doch mal rangewagt und siehe da: waren optisch zu retten (passen halt zum Rest, frisch lackiert würde auch doof aussehen) und was noch viel wichtiger ist, der Mechanismus zum Verriegeln funktioniert doch noch einwandfrei!!! Die auf den Fotos fehlende Chrom-Leiste hab ich auch noch, muss nur wieder angebaut werden... ick freu mir! :)
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| Fender Skirt von hinten mit dem Verriegelungs-Mechanismus. Der schnuddelige Unterbodenschutz ist inzwischen ab und Owatrol ist drauf... was auch sonst... |
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| Abdeckung rechte Seite vorher... |
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| ...und nachher! Erwähnte ich bereits den gandiosen Putzstein??? |
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| Die Fahrerseite hat die schönere Optik, dafür ist die Verriegelung mehr angegriffen, da muss ich langfristig noch mal bei... hält zwar bombenfest am Auto aber rein für's Gewissen muss ich da noch was machen... |
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| Na? Sieht schnittig aus, was? Vielleicht finde ich das abgebrochene Stück Chromleiste ja noch irgendwo im Kofferraum... sonst muss ich da was neues kaufen... aber der Kofferraum ist groß, seehr groß... vielleicht liegt das noch irgendwo... |
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| PS an meinen Vater: nun sieht er aus wie in seiner Heimat bei bei Google Street View, oder? |
Am 03.10.2016 im Netz entdeckt und als Hirngespinnst abgetan, steht er nun bei mir... hab ich mir damals nicht ernsthaft vorstellen können. Und ich laufe noch immer mit Sabber im Mundwinkel um ihn herum und kann kaum glauben, dass er mir gehört... komme mir vor wie Gollum aus Herr der Ringe... "mein Schaaaaatz"...war die richtige Entscheidung, definitiv :)
Hier ein paar Fotos für's Familienalbum, am Ende ein Bild von ihm in Aurora, wo er von 1966 bis Dezember 2015 "gewohnt" hat mit nur zwei Vorbesitzern (Vater und Sohn):
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| Ich LIIIIEEEBE die Patina!!!!! |
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| Direkt von der Seite sieht man ihm seine Größe erst so richtig an.. 5,65m sind halt kein Kleinwagen :) |
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| Aurora / Illinois 1966-2015... da waren die Fender Skirts noch dran und er hatte andere Radkappen (die waren aber nicht original von 1966). Außerdem prangte bereits das FOR SALE Schild in der Seitenscheibe... das Bild wurde bereits im April 2012 aufgenommen und ist hier zu finden: |
1 Kommentar:
Du hast ja schon sehr viel geschafft....weiter so !!!!
Ich möchte doch auch noch mal mitfahren :o)))
Macht´s gut, liebe Grüße an TP und die "Kinder".
Bussi MA
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